Anlegen von naturnahen Gärten

Habt Geduld. Alle Dinge sind schwierig, bevor sie einfach werden !

Der Spruch des persischen Dichters Saadi aus dem 13.Jahrhundert fasst den Inhalt unseres letzten Themenstammtisches perfekt zusammen.

Am 28.2.folgten etwa 40 interessierte Zuhörer den Ausführungen von Herrn Marc Wiesemann über das Thema „Anlegen von Naturgärten“.

Herr Wiesemann vom Garten- und Landschaftsbau-Betrieb „Natur.art“ in Markgröningen hat sich mit seinem Team auf dieses Thema spezialisiert.

Gleichmal vorneweg: Ohne Arbeitseinsatz und Mühen geht nichts im Garten.

Auch wer meint seinen Garten mit grafisch gestalteten Kies- und Schottergebilden ausstatten zu lassen und somit der Gartenarbeit entgangen zu sein, täuscht sich. Auch dort werden sich mit der Zeit die kleinen (ungeliebten) Unkräuter wieder ihren Weg nach oben bahnen. Der Erfinder dieser Steinwüsten verdient zwar gutes Geld damit, hat aber die Not in unserer Umwelt nicht erkannt.

Heute geht es darum, den Garten wieder so zu gestalten, dass er eine Oase für Mensch und Tier ist! Biologische Vielfalt ist angesagt, um den Insekten, z.B. Wildbienen und Schmetterlingen, Nahrung zum Überleben zu bieten.

Ein Naturgarten ist eigentlich das, was unsere Vorfahren noch hatten, aber was im Laufe der Zeit durch Modetrends wegrationalisiert wurde. Parallel dazu artete ausgeglichene Landwirtschaft zur Monokultur aus.

Ein naturnaher Garten zeichnet sich durch Wildgehölze aus, die von vielerlei Stauden umgeben sind. Die Blüten dürfen nicht gefüllt sein, weil die Insekten an die Staubgefäße gelangen müssen. Einheimische Stauden und Blumen, wie Krokusse, Wildrosen, Natterkopf, Muskatellersalbei und Disteln sind die Grundlage. Ein paar „unordentliche“ Ecken mit Stein- und Reisighaufen sowie Wasserstellen geben den Tieren Lebensraum. Die nächtliche Beleuchtung im Garten sollte reduziert werden, um den Tieren die nötige Nachtruhe zu gönnen. Arbeiten Sie mit torffreien Substraten und ohne chemische Mittel. Einheimisches Holz und Steine ergänzen den Gedanken eines naturnahen Gartens bei der Gestaltung einer Anlage.

Vielleicht sollte man sich auch von der Vorstellung eines englischen Rasens verabschieden. Machen Sie aus Ihrem Rasen eine „Magerwiese“, indem Sie aufhören zu düngen. Langsam werden Sie beobachten, wie sich Gänseblümchen, Löwenzahn und Klee verbreiten. Nicht nur, dass es viel bunter aussieht – es werden sich auch wieder mehr Bienen und Hummeln zeigen, die diese angeblichen „Unkräuter“ sehr lieben.

Ein Thymianrasen an bestimmten Stellen ist eine duftende Augenweide. Er benötigt nur einen mageren Boden und viel Sonne, und er muss kaum gegossen werden – herrlich!

Aber: Nur alles wachsen lassen geht auch nicht, sonst nimmt manches Kraut überhand und verdrängt wieder andere Gewächse. Unsere gärtnerische Hand ist auch hier als Regulator gefragt, um die Artenvielfalt zu erhalten.

Auch unsere Geduld ist gefragt – denn schnelle Erfolge liegen nicht in der Natur des Wachsens und Reifens. Wir sollten uns auf das Tempo der Natur einlassen.

Im Einklang mit der Natur und der Tierwelt den eigenen Garten oder Balkon zu genießen, das ist das „Paradies auf Erden“.

Gutes Gelingen und vielen Dank an Herrn Wiesemann für die vielen Anregungen, sowie das große Interesse der Zuhörer. Wir als OGV werden an diesem Thema dranbleiben.

Der nächste Themenstammtisch wird sich dann um die Vermehrung von Pflanzen kümmern.

Erwartungsvolle Frühjahrsgrüße vom OGV Ditzingen

 

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Side, Sydre und Cidre – vom antiken Griechenland über Frankreich nach Ditzingen

Side, Sydre und Cidre – vom antiken Griechenland über Frankreich nach Ditzingen – Urs Renninger erklärt die Cidre-Welt

Schon Herodot berichtet, dass bereits um 400 v. Chr. in Kleinasien (im Gebiet des heutigen Side an der Türkischen Riviera Äpfel ausgepresst wurden. Über das Baskenland kam der Sydre in die Normandie und von dort in viele Teile Europas.

Und schließlich auch nach Ditzingen.

Über 30 Interessierte lauschten im Musikerheim dem Vortrag von Urs Renninger, Student der Agrarwissenschaften, Streuobstwiesenidealist und Inhaber einer Cidre-Manufaktur, aufmerksam wie er zum Thema Cidre-Herstellung dozierte.

Schon die richtige Sortenwahl entscheidet über den Wohlgeschmack dieses Getränks. Besonders geeignet sind bittersüße Württemberger Regionalsorten wie z.B. Pomme D’Or oder Weißer Bittersüßer. Obstsorten die es hier gibt, aber kaum jemand (er)kennt.

Erst wenn die Pressreife erreicht ist, nach ausgiebiger Lagerung, bis zu einem Monat, werden die Äpfel der Mostpresse übergeben. Sobald der Daumendruck eine dauerhafte Delle hinterlässt, ist es so weit.

Sortieren, waschen, Maische stehen lassen, mehrere Abstiche machen (=Hefe ablassen) und schließlich abfüllen sind die routinemäßigen Arbeitsschritte.

Wichtig ist vor allem Zeit, Fingerspitzengefühl, Erfahrung und Experimentierfreude.

Die Hefe wird reduziert, damit die Fermentation langsam vorangeht. Wenn das nicht klappt, gibt es „Moscht“ und keinen Apfelschaumwein. Die Kohlensäure bildet sich erst in der Flasche.

Doch reine Theorie, wenn auch interessant vorgetragen, ist eine Sache, aber die Praxis ist der Prüfstein der Wahrheit.

Nachdem alle noch offenen Fragen geklärt waren, konnte man endlich vier von 15 Renninger-Cidres probieren.

Auch wenn die französischen Cidrebauern die größte Auswahl an Apfelschaumwein bieten, so gibt es bei Poiré (Birnencidre) nicht das große Sortenangebot wie bei Urs Renninger.

Wer den Vortrag verpasst hat, und vor allem die Verkostung, muss nicht traurig sein. Auf dem Spätlingsmarkt in Ludwigsburg (Montag 4.11.-9.11.19 Samstag) bietet Naturcidre (Firma Renninger) eine noch größere Auswahl an.

Prost, Santé, à la prochaine und bis zum nächsten Mal 

HB

 

 

 

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Tonmühle - Vortrag von Frau Siegle und Führung

 

Eine Entdeckungsreise der besonderen Art…

…führte die Besucher vom OGV und der Landfrauen in die Welt der Müllerei.

Die Arbeitswelt des Müllerhandwerks, der Anbau bekannter und weniger bekannter Getreidesorten, die Verarbeitung zu Brot – diese Aspekte wurden innerhalb eines Vortrags im Musikerheim von allen Seiten beleuchtet. Frau Siegle, die Müllermeisterin  von der Tonmühle, konnte mit ihrer klaren und anschaulichen Erzählweise alle Fragen der Besucher fachkundig und verständlich beantworten – was nicht immer so einfach war, da die Prozedur des Mahlens verschiedener Mehltypen (von grob bis fein) ein äußerst ausgetüfteltes System darstellt. Kostproben, die Frau Siegle extra für uns gebacken hatte, ließen einen eindeutigen Geschmacksvergleich mit den herkömmlichen, oft im Schnellverfahren hergestellten Backwaren zu. Es sind nicht nur der Geschmack und die Konsistenz des Brotes, sondern auch das Wissen um die sortenreine, biologische Herstellung des Mehls, die das Brot zu so einem ehrlichen und kostbaren Produkt werden lassen. Dazu gehören auch gute Qualität und genügend Zeit bei der Verarbeitung. Um das im Vortrag Gehörte noch verständlicher zu machen, durften wir am nächsten Tag den Ort des Geschehens selbst besichtigen. Müllermeister Herr Siegle führte uns durch seine Mühle, welche die alten Tage der „klappernden Mühle am rauschenden Bach“ längst hinter sich gelassen hat. Inzwischen herrscht hier eine hochmoderne und ausgefeilte Maschinerie mit Rohrsystemen und Elektronik. Aber nur so und mit einer konsequenten biologischen Qualität kann man sich auf dem Markt behaupten.

Auch im mühleneigenen Laden und dem dazugehörigen Cafe, wo wir den Nachmittag bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen ausklingen lassen durften, ist der Biogedanke deutlich spürbar. Beharrlichkeit, Mut und die Bereitschaft immer wieder nachzubessern sind die Voraussetzungen, damit so eine uralte Handwerkskunst heute noch bestehen kann.

Vielen Dank für das Erlebnis!

 

DW

 

 

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Nachhaltigkeitstag 01.06.2019

 

Hilfe zum Überleben

Jetzt kommt langsam die Pflanzzeit und der umweltbewusste Gärtner fragt sich, was er speziell  für die bedrohten Wildbienen und Insekten  anpflanzen könnte.

Auf einem Balkon sind die Möglichkeiten natürlich etwas eingeschränkt, aber wenn man bei der Auswahl der Balkonpflanzen darauf achtet, dass man „Nektarblumen“ kauft, können sie sicher sein, dass sich jedes einzelne Insekt sehr darüber freuen wird.

„Nektarblumen“ sind Pflanzen mit Röhrenblüten, in denen Zuckersaft enthalten ist, den die Insekten mit ihrem Saugrüssel entnehmen. Die sicherlich prachtvollen Fuchsien und Geranien, die seit jeher gerne gepflanzt werden, haben wenig bis keinen Nektar und keine Pollen. Bienen ignorieren daher diese Pflanzen.

Dagegen werden sie mit sämtlichen Kräutern, mit ihren Lippenblüten, große Freude bereiten. Thymian, Ysop, Rosmarin, Majoran, Salbei und ganz besonders Borretsch sind ideale Futterpflanzen, sie blühen wochenlang und verfeinern zudem auch noch ihre Speisen auf gesunde Weise.

Also achten sie auch bei Blühpflanzen auf ungefüllte Blüten, in denen die Staubblätter enthalten sind. Bei gefüllten Blüten wurden die Staubblätter in Blütenblätter umgewandelt. Man muss aber nicht auf Rosen, Geranien und dergleichen verzichten, denn nichts spricht dagegen Kräuter oder andere insektenfreundliche Pflanzen mit diesen zu kombinieren.

Das macht ihren Garten spannender und abwechslungsreicher!

DW

 

 

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Bürgermesse 22.09.2018

Allen Besuchern an unserem Infostand auf der Bürgermesse ein Dankeschön.

Wir zeigten befallene Objekte aus dem Gartenbereich, Krankheitsbilder, Schädlinge an Obstgehölzen und Beerenobst. Die Frage, ob man Pflanzenschutzmittel einsetzt oder in Zukunft ggfs. mit Nützlingen arbeitet wurde am Stand erörtert. Wir hatten mehrere gut aufgebaute Informationstafeln, Poster usw. für Sie bereitgestellt. Wo und wie Sie was im Internet finden, Hinweise auf Bücher bzw. Fachliteratur stellen wir vor.

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Nachhaltigkeitstag 09.06.2018

 

Nachhaltigkeitstag, Samstag den 09.06.2018, auf dem Marktplatz in Ditzingen.

Wir waren dabei.

Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns schon mit dem Thema Nachhaltigkeit.

Am Samstag stellten wir uns mit dem Thema Umwelteinflüsse auf Natur und Bienen zusammen mit dem Tierschutzverein vor. Das große Thema war, welche Pflanzen brauchen die Insekten zum Überleben. Wir konnten dank einer großzügigen Leihgabe der Staudengärtnerei Häussermann eine große Auswahl an Stauden, Kräutern und dergleichen zeigen. Denn ohne unsere Insekten gibt es kein Obst und Gemüse.

„Stirbt die Biene, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“
Wusste schon Albert Einstein.

Zwei Imker vom OGV Heimerdingen konnten viele Fragen zu Bienen und Honig beantworten.

Machen Sie mit, auch im Blumenkasten oder in einem Blumentopf kann man etwas für unsere Insekten tun.

Dieses Thema geht uns alle an!

 

 

Bilder vom Nachhaltigkeitstag am 09.06.2018:

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