Der Verein

Der Verein wurde als Obstbauverein Ditzingen am 29.Oktober 1927 im Gasthof zur Linde gegründet. Schultheiß Veit als Vorsitzender und 20 weitere Herren waren anwesend. 17 Personen erklärten ihren Beitritt und Gemeindebaumwart Paul Wieland wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Vor dem 1. Weltkrieg standen die Ditzinger dem Obstbau skeptisch gegenüber.
Bedingt durch die Tallage waren die Baumblüte und der Fruchtansatz dem Spätfrost stark ausgesetzt. Die Bauern zogen den Anbau von Getreide und Hackfrüchten vor. Trotzdem nahm der Baumbestand langsam zu. Der Anbau von Obstbäumen blieb vorwiegend auf das Gewann „Weinbergpfad“ und zu einem kleinen Teil auf das Gewann „Halde“ beschränkt. Die Beschaffung von Jungbäumen war damals kein Problem, da ja die weithin bekannte Baumschule Julius Brecht am Platze war.
Der Bedarf an Mostobst konnte natürlich bei weitem nicht gedeckt werden, so dass man sehr viel Obst aus Schöckingen und Heimerdingen importieren musste.
Ja sogar viele Waggons mit ausländischem Mostobst wurden auf dem Bahnhof Ditzingen entladen, denn wer hatte früher nicht sein Fass Most im Keller. Kein Wunder also, dass der damalige Kreisbaumwart Gotthilf Jeutter dem Obstbau in Ditzingen besondere Aufmerksamkeit schenkte und den Ditzingern aus diesem Notstand heraushalf. Es wurden Führungen durch die Baumbestände durchgeführt, Ratschläge erteilt, verjüngt und viele Bäume auf Tafelobst umgepfropft. Von nun an konnte man große Betriebsamkeit unter den Baumbesitzern feststellen.
Auf einem Grundstück der Gemeinde an der Höfinger Straße wurden ca. 30 Hochstämme angepflanzt, um den Baumbesitzern das Schneiden und Pflegen der Obstbäume zu zeigen.
Wie man damals den Obstbau verstand zeigt folgende Episode:
Bei einer Führung durch H. Jeutter kam man an einer ca. 15 ar großen Neuanlage vorbei: Hochstämme, Abstand 8×8 m. Dieser Tatbestand veranlasste ihn zu folgendem Ausspruch:
„Ja hot denn der seine Bäum g`sät ! , nicht wissend , dass der Eigentümer des Grundstückes unter seinem Gefolge war. Ohne Kommentar, ohne den Schritt zu verhalten, ging man weiter.
Diese Anlage war nicht nach seinen Vorstellungen. Auch in unserem Verein brachte der Krieg einen ungewollten Stillstand bis 1947.
Aber am 28. März 1947 folgte der damalige Bürgermeister Heimerdinger und 41 Ditzinger dem Aufruf von Hugo Renninger zu einer Versammlung.
Es stieg das Interesse neben dem Obstbau auch die Nutzung der Hausgärten.
Bei der Neugründung erhielt der Verein von nun an den Namen Obst-und Gartenbauverein , alle Anwesenden ließen sich als Mitglieder eintragen und zum 1. Vorsitzenden wurde Herrmann Haug ernannt, sein Amt hatte er zwei Jahre inne, sein Nachfolger wurde Adolf Schultheiß.
Nach mehrfachem Wechsel des Vorsitzenden nahm 1955 Hugo Renninger das Zepter in die Hand und übergab dieses 1975 an Herrn Walter Kornmann.
Das Ziel des Vereins war, den Neuaufbau in Sachen Obst- und Gartenbau fachlich und beratend zu unterstützen.
Das erste stolze Fest konnte am 29. Oktober 1977, im Gasthof „Zum Schwanen“ mit 51 Mitgliedern gefeiert werden.
Bereits bei der 50-Jahr Feier zählte H. Jörg zu den Mitgliedern und als Referent brachte er bereits viele Fachvorträge zu Gehör, die aufmerksam verfolgt wurden.
Sein umfassendes Fachwissen trug dazu bei, ihn bei der Hauptversammlung am 3. März 1978 in das Amt des 1.Vorsitzenden zu wählen, das er bis heute zu aller Zufriedenheit und ohne Unterbrechung liebevoll begleitet. Hierfür gebührt ihm all unsere Hochachtung.
Am 31. Oktober 1987 konnte man auf das 60 jährige Bestehen zurückblicken und feierte erstmals im Großen Saal der Stadthalle, denn in den vorangegangenen Jahren hatte man einen erfreulichen Mitgliederzuwachs auf 132. Eine vereinsinterne Feier kam für uns nun auch nicht mehr in Frage, da wir mit allen Ditzinger Gartenfreunden dieses Jubiläum feiern wollten.
Das 70-jährige stand dann auch bald an, am 25. Oktober 1997,  mit bereits 181 Mitgliedern und Gartenfreunden aus Ditzingen und Umgebung.
Weit über die Grenzen Ditzingens ist unser Verein bekannt, einige Mitglieder kommen von weit her: Stuttgart, Vaihingen/Enz, Schwieberdingen, Sindelfingen, Leonberg und Filderstadt um sich in Ditzingen fachlich weiterzubilden.
Die steigende Mitgliederzahl zeigt das steigende Interesse und Engagement an Landschafts- und Umweltschutz, an dem H. Jörg nicht minder die treibende Kraft ist.
Der Verein verfolgt heute mehr denn je die Ziele unserer Väter und Großväter. Erhaltung der Natur, der Arten und Sorten von Pflanzen sowie die Erhaltung der Tierwelt in den Gärten. Es sind in Ditzingen noch viele hochstämmige Obstbäume vorhanden und es werden neue gepflanzt, meist von unseren Mitgliedern. Auch Obstbäume, die als Naturdenkmal
ausgewiesen sind, sind im Besitz einiger Mitglieder.
Durch Kurse und Fachvorträge wie z.B. Anbau und Pflege von Gehölzen, Schnittblumen, Gemüse und Balkonbepflanzungen sowie die Gestaltung von Vorgärten werden unsere Mitglieder geschult.
Lehrfahrten zu Versuchsanstalten, Gärtnereibetrieben, Obstanlagen und Landesgartenschauen stehen jährlich auf unserem Programm.
Aber auch mehrtägige Ausflüge über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus werden mit Freude angenommen. Denn es ist inzwischen auch ein Thema für uns wie wird Obstbau, Gartenbau und Landschaftspflege in anderen Ländern betrieben.

 

Die Urkunde der Vereinsgründung:

  • Urkunde_Gruendung_Verein

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