Das Obstbuch 1946 - vom Nutzen des Lesens

Im Jahre 1946 erschien die 4. Auflage von „Das Obstbuch“. Autor war Gustav Schaal, Oberbauinspektor und Geschäftsführe des Württ. Obstbauvereins.

Es ist schon bemerkenswert, was man schon vor 100 Jahren über den Obstbau wusste.

Das gut sortierte Gerätearsenal umfasste über 30 Teile, darunter die Pferdehacke, die Iduna-Säge, die Raupenfackel und den Rückenschwefler.

Im Obstzüchters Jahreskalender werden für jeden Monat die zu erledigenden Arbeiten aufgeführt.

Im Februar sind das die Pflanzung von Obstbäumen und Beerensträuchern, Baum- und Beerenobstschnitt, Ausputzen alter Bäume, Baumbänder erneuern, mit Umpfropfen beginnen, Kopulation, Geißfuß, Spaltpfropfen, Jauche und Latrine auf die Baumgüter fahren, an den ersten warmen Tagen Übersprühen der Baumkronen mit 10-15%igem Obstbaumkarbolineum zur Fernhaltung der Blütenstechers, Vernichtung winterlicher Schädlinge und Vertilgung von Moosen und Flechten an den Zweigen.

Was will das uns sagen? Streuobstpflege ist eine Ganzjahresbeschäftigung und sollte entsprechend honoriert werden.

Da Obst auch den Speiseplan in der damaligen Zeit ergänzte gibt es ein ganzes Kapitel zum Thema „Das Trockenen von Obst“.

Aber schon damals hat man den Nutzen von Vögeln und Bienen gekannt, wovon die entsprechenden Seiten zeugen.

Wer sich im Supermarkt mit Äpfeln eindeckt, hat in der Regel die Auswahl zwischen Elstar, Braeburn, Gala, Golden Delicious, Jonagold, Granny Smith und Boskoop.

Vor hundert Jahren gab es in Württemberg noch 40 Apfelsorten, und jede von ihnen hatte ein besonderes Profil. Ein Beispiel soll genügen.

Die Champagner Renette braucht einen mäßig feuchten Boden, ist ein Tafel- und Kochapfel, wird im Oktober geerntet, kann bis Februar und Juni gelagert werden und eignet sich gut zum Aufpfropfen.

Und es lohnt sich noch ein Blick in die Mustersatzung zu werfen.

Vereinsziele werden mit folgenden Mitteln erreicht:

  1. Verbreitung der zum Obstbau nötigen Kenntnisse …
  2. Besorgung und gemeinschaftlichen Bezug von Obstbäumen …
  3. Nachweisung der bewährten Obstsorten …
  4. Heranbildung und Aufstellung eines oder mehrere Obstbaumwärter

uvam.

Nota bene: Es lohnt sich zu lesen.

Helmut Bier

1. Vorstand

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