Das Wetter 2019

Jahresrückblick 2019

Witterung:

Januar: Die Politik nimmt ihren Einfluss (jetzt auch noch) auf das Wettergeschehen: Hoch ‘Angela‘ wurde mit seiner polaren Kaltluft zur Monatsmitte hin von Tief ‘Donald‘ abgelöst. Donald bescherte uns an einem Tag 20,3 Liter Regen, das sind in etwa 30 Prozent der Niederschlagsmenge vom Dezember des vergangenen Jahres. Zum Schlittenfahren reichte die Schneedecke nicht aus obwohl wir an 16 Tagen Schnee hatten. Insgesamt war der Januar warm, sehr wolkig und mit insgesamt 62,7 Liter deutlich zu nass. Dies aber nur auf dem Papier- unsere Böden hatten die Feuchtigkeit dringend nötig.

Februar: Er war der sechstwärmste Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Sonne schien sehr oft und wir hatten geringe Niederschläge. Der Schneeschieber konnte getrost im Keller bleiben.

März: Der März war wieder ein warmer und sonniger Monat. Zwar fielen in der ersten Monatshälfte genügend Niederschläge, die warmen Temperaturen in der zweiten Monatshälfte sorgten aber bereits für staubtrockene Böden. Der Grillsaison war eröffnet- die Rasenmäher mussten noch pausieren- es blieb daher genügend Zeit zur Politur und zum Zündkerzenwechsel.

April: Der April war viel zu trocken und sehr sonnig. Die Gießkannen kamen wieder zum Einsatz.

Mai: Der Wonnemonat Mai war mit 105 Litern sehr niederschlagsreich- für unsere Böden und Regenfässer aber dringend nötig. Er war im Vergleich zum langjährigen Mittel etwas kühler. Statistisch gesehen waren der März, April und Mai zu warm, die Niederschlagsmenge war durchschnittlich.

Juni: Obwohl der Juni wieder sehr heiß war und die Niederschläge um 1/3 geringer waren als im Schnitt, kam es mancherorts doch zu schweren Unwettern mit Starkregen, die bis zu einer Million Euro an Schaden angerichtet haben. Die zweite Junihälfte war wieder sehr trocken und das gesammelte Regenwasser somit schnell verbraucht. Wie gewonnen-so zerronnen.

Juli: Der Juli war wieder sehr heiß. Im Raum Stuttgart hielten sich die Niederschläge genau an die Statistik- wir hatten davon tatsächlich 64 Liter. Trotzdem mussten wegen der großen Hitze die Gießkannen geschleppt werden- gut für den Bizeps. Das Feierabendbier muss ja schließlich erarbeitet werden.

August: Auch der August war wieder sehr heiß und der viertwärmste seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Besonders unsere Bäume litten an der Trockenheit und das obwohl es im Stuttgarter Raum 91 Liter geregnet hat. Die Hitze sorgte trotz der Niederschläge zu dem Trockenstress unter dem unsere Stückle und Gärten zu kämpfen hatten. Das trockene Vorjahr fordert nach wie vor seinen Tribut. Der Umfang des Bizeps und die Höhe der Wasserrechnung nehmen weiterhin zu.

September: Der meteorologische Herbst war vom Wetter her unspektakulär: etwas zu warm und sonnig. Weder hatten wir späte Hitzeperioden noch erwähnenswerte Unwetter.

Oktober:  Der Oktober war warm und recht wechselhaft und niederschlagsreich- wir hatten alles: vom Goldenen Oktober mit seinen warmen und sonnigen Tagen bis hin zum herbstlichen Schmuddelwetter.

November: Er war vor allem eins: grau in grau. Die Sonne zeigte sich sehr selten und wer konnte floh in sonnige Urlaubsregionen. Die Daheimgebliebenen hatten das Nachsehen.

Dezember:  Er war ein sonniger und milder Monat. Die Schneefräsen, Salzstreuer etc. kamen nicht zum Einsatz.

Allgemeines zur Vegetation:

Das Jahr 2019 war das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Der Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie e.V. rechnet dieses Jahr bundesweit mit etwa 350.000 Tonnen Äpfeln aus den Streuobstwiesen. Dies entspricht etwa einem Drittel der Erntemenge des Vorjahres. Gründe hierfür liegen neben der Alternanz, das heißt nach einem Jahr mit einem überdurchschnittlichen Behang folgt meist ein Jahr mit geringem Ertrag, auch noch Spätfröste bzw. die Trockenheit im Frühjahr.

Obwohl wir dieses Jahr deutlich mehr Niederschläge als im vergangen Jahr hatten sind die Folgen des letzten Sommers doch noch deutlich erkennbar. Die Obstbäume sind nach wie vor durch die Sommertrockenheit vom letzten Jahr deutlich geschwächt; sie wachsen schlecht, haben dürre Äste und sind teilweise sogar am Absterben. Der Diplodia Rindenbrand ist immer mehr in den Streuobstwiesen zu beobachten und bereitet immer mehr Probleme im Streuobstbanbau. In den Siedlungen sind vertrocknete Hecken (z.B. aus Thuja) zu beobachten.

Eine weitere Problematik unserer Streuobstwiesen ist nach wie vor der Mistelbefall besonders in ungepflegten Beständen

Allgemeines zum Pflanzenschutz:

  • Die wenigen feuchten Tage im Frühjahr führten dennoch zu Pilzinfektionen wie beispielsweise Schorf und Mehltau.
  • Trotz des trockenen Sommers ist auch dieses Jahr in unseren Streuobstwiesen die Marssonina Krankheit verstärkt zu beobachten. Sie beginnt mit dunklen Flecken, welche auch mit Schorfflecken verwechselt werden können und endet oftmals mit einem vorzeitigen Blattfall.
  • Der Diplodia Rindenbrand breitet sich immer mehr aus und sorgt für ein zahlreiches Absterben der Obstbäume in den Streuobstwiesen.
  • Die Kirschessigfliege verursachte Heuer zum Spätsommer wieder ihre Schäden, da waren wir mit unserm Beerenobst oft schon durch.
  • Die langanhaltende Hitze und intensive Sonnenbestrahlung führte bei vielen Kulturen zum Sonnenbrand. Die Folge davon waren Mikroverletzungen im Gewebe und anschließend Sekundärinfektionen durch Pilzkrankheiten- die Äpfel verfaulten wieder am Baum.
  • Dieses Jahr kam es wieder zu einer deutlichen Vermadung des Obstes durch den Apfel und den Pflaumenwickler.
  • Weitere Schädlinge wie die Marmorierte Baumwanze oder die Reiswanze sind am Zunehmen und bereits bei uns anzutreffen.

 

Phänologische Daten:

12. März: Blühbeginn Forsythie

16. März: Blühbeginn Schlehe

31. März: Blühbeginn Birne, Kirsche

08. April: Blühbeginn Apfel 

 

Zur Verfügung gestellt von:

Frau Martina Rist
Land
ratsamt Ludwigsburg
Fachbereich Landwirtschaft Kreisobstbauberatungsstelle

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